Weiter geht es mit unserem 2. Teil zum Bier selber brauen. Stehen geblieben sind wir im ersten Teil bei dem Jod Test. Damit das Ergebnis gut ist, musste dieser später in die Farbe Rot – Gelb laufen. Nach dem Jod Test folgt das Läutern. Dabei wird die Maische, also das Gemisch was Sie für das Bier selber brauen aufgekocht haben, über ein Sieb oder ein Tuch geschüttet. Mit dem Läutern werden die festen von den flüssigen Stoffen getrennt. Nun kippen Sie Wasser mit maximal 77 Grad C. wieder über den Treber. Unter dem Treber verstehen sich die bereits gefilterten (festen) Malzreststoffe. Nun folgt die Stammwürze zum Bier selber brauen. Hier kommt der Anfangs erwähnte Bierspindel zum Einsatz. Diesen können Sie regulär im Handel erhalten. Dieser kostet zwischen 10 – 20 Euro. Die Stammwürze lässt sich mit der Bierspindel einfach messen. Bitte verwechseln Sie die Stammwürze aber keinesfalls mit dem Alkoholgehalt. Hierbei handelt es sich nur um den Anteil der gelösten unvergorenen Würze. Keinesfalls um den Malz. Das Ergebnis zeigt, ob ein weiteres Überschwänzen notwendig ist. Sollte die Stammwürze den eigentlichen Wert (ca. 11 – 16 Prozent) nicht aufweisen, müssen Sie erneut Wasser (max. 77 Grad C.) nutzen, um die Extrakt Stoffe auszuwaschen. Sollte die Stammwürze jedoch zu hoch beim Bier selber brauen sein, gibt es auch hier ein einfaches Mittel: Einfach das abgekochte Wasser unmittelbar einfrieren und am Ende des Brauens als Streckmittel hinzufügen.

Bier selber brauen – Würze kochen

Ist mit der Stammwürze alles in Ordnung, kann diese nun etwa 1 Stunde kochen. Bei etwa 100 Grad C. Dabei erfolgt gleichzeitig die Hopfung (mit Aromahopfen). Der Hopfen – das Gelbe – wird zugegeben. Bei einem Pilz sollten es um die 10 Gramm pro 100 Liter sein. Bei Weizen um die 5 Gramm. Der Hopfen wird ungefähr 20 – 30 Minuten vor dem Kochende zugefügt.

Eine kleine Menge des Suds wird entnommen und auf unter 25 Grad C. abgekühlt. Mit einer Spindel wird nun beim Bier selber brauen der Stammwürzgehalt bestimmt. Achten Sie darauf, dass die Spindel steril ist. Der fertige Sud wird nun in ein neues Behältnis über ein Tuch gegeben. Dabei muss das Grüne herausgefiltert werden. Im neuen Topf sollte der Sud klar und dunkel aussehen.

Abkühlen und warten

Nun geht es beim Bier selber brauen ans abkühlen. Am besten stellen Sie den Sud in eine Badewanne und füllen rundherum kaltes Wasser. Dann kann die Hefe zugefügt werden. Dabei muss die Sudtemperatur der Hefetemperatur entsprechen. Bei einem Pilz sind das 9 – 16 Grad C. Bei einem Kölsch um die 18 – 25 Grad C. Für 100 Liter beim Bier selber brauen wird 0,5l bis knapp 1 l dickbreiige Hefe verwendet. 40 Gramm obergärige Bierhefe reichen hierfür aus. Das Bier kann nun in Ruhe gären, bis die Spindel eine Würze von 4 Prozent ergibt.

Am Ende erfolgt beim Bier selber brauen nun noch das Abfüllen. Die Bierflaschen dafür können Sie im Backofen einfach sterilisieren. Die Flaschen werden beim Bier selber brauen dann bei Zimmertemperatur befüllt und sollten 2 – 3 Wochen in Ruhe reifen. Danach können diese noch 1 – 2 Wochen im Kühlschrank lagern. Für das Bier selber brauen sollten Sie also eine Reifezeit von 3 – 5 Wochen einkalkulieren. Vorsicht: Bierflaschen nie ganz befüllen!

TrIco741-Flickr.

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